Empfehlung aus der Stadtbücherei Eppstein

Erich Dambacher

Erich Dambacher

Mitarbeiter und Stammleser der Stadtbücherei stellen den Lesern der Eppsteiner Zeitung ihre Lieblingsbücher vor. Je nach Neigung haben sie aktuelle Neuerscheinungen ausgewählt oder Bücher, die ihrer Meinung nach zu Unrecht in den Regalen verstauben.

„Acqua Alta“

– Wenn Venedig im Wasser versinkt. Ein Sturm, ein Versagen der Schutzmechanismen – und Venedig ist nicht mehr. In Isabelle Autissiers Roman bleibt nach der Katastrophe nur eine gespenstische Trümmerlandschaft. Der Wirtschaftsrat Guido Malegatti, einst überzeugt, dass ein gigantisches Sperrwerk die Stadt retten würde, irrt nun verletzt durch die Ruinen, auf der verzweifelten Suche nach seiner Tochter Léa.

Léa hatte ihren Vater längst für seine rücksichtslosen Entscheidungen verachtet. Sie warnte vor der Gier, die Venedig überflutet – nicht nur mit Wasser, sondern mit Massentourismus und rücksichtsloser Stadtpolitik.

Nun ist sie auf einer einsamen Insel gestrandet, während Guido zwischen Schuld und Angst schwankt.

Autissier erzählt nicht vom Ende der Welt, sondern vom Ende einer Stadt – und stellt die drängende Frage, wie lange wir Warnungen noch ignorieren können. Ein fesselnder Roman, der Katastrophe, Vater-Tochter-Drama und Gesellschaftskritik packend verbindet. Ein Geheimtipp aus der Eppsteiner Bibliothek.

 Isabelle Autissier, Acqua Alta 2024, 208 Seiten, Mareverlag

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