... und endet mit der Öffnung des vierten Adventsfensters. Höhepunkt sind wie jedes Jahr die Burgfestspiele.
Viele Fans der Burgfestspiele haben das Faltblatt im vergangenen Jahr schmerzlich vermisst. Dieses Jahr liefern wir den Flyer wieder mit der Eppsteiner Zeitung in jeden Haushalt. Dank Spenden, auch von unserem Verlag, ist dieser Service wieder möglich. Wegen des noch nicht genehmigten Haushalts der Stadt sind nicht nur Flyer und Vermarktung, sondern auch die Burgfestspiele selbst über Sponsoren finanziert, klärte Erste Stadträtin Sabine Bergold bei der Pressekonferenz auf Nachfrage von Journalisten zur Finanzierung der Burgfestspiele auf. Denn Kultur gehöre zu den freiwilligen Leistungen der Stadt. Ohne gültigen Haushaltsplan gibt es dafür kein Geld.
Als Mitveranstalter der Festspiele ist der Kulturkreis wieder mit an Bord und als Hausmarke die Burgschauspieler, die die Burgfestspiele traditionell eröffnen – und dies seit je her ehrenamtlich. Diesmal bringen die Burgschauspieler wieder ein großes Stück mit 14 Schauspielern auf die Bühne – das sei seit der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen, berichtet Burgschauspiel-Chefin Juliane Rödl.
Showtime auf der Bühne, Stein für Stein an der Mauer
Nordmauer und Mainzer Keller
Die Burgschauspieler greifen deshalb wieder die Proben für ihr schon für 2020 geplantes Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“ auf und stellen sich laut Rödl „zum ersten Mal wieder der Riesenaufgabe einer Inszenierung mit so vielen Darstellern und den dafür notwendigen Helfern auf und hinter der Bühne.“
Viele junge Darsteller seien hinzugekommen, aber auch viele der Stammdarsteller sind wieder mit dabei, so auch Knut Vollmuth, Darsteller der ersten Stunde bei den Burgschauspielern und mit über 80 Jahren der älteste im Team. Er freue sich, so Rödl, wie alle anderen auf eine charmante, flotte Komödie, deren Handlung die Burgschauspieler von Amerika nach Eppstein verlegen, mit vielen Anspielungen und Lokalkolorit.
In diesem Jahr gibt es dank Sponsoren und der eigenen Vermarktung durch die Stadtentwicklungsgesellschaft zum Radrennen am 1. Mai wieder ein Streckenfest in der Altstadt mit Bewirtung. Vereine und ansässige Gastronomen haben schon zugesagt.
Bei der Frühjahrsführung im Mai erklärt Kräuterfrau Gabriele Wittich die Wirkung von Heilkräutern, die schon in mittelalterlichen Gärten wuchsen und heute auch wieder im Altan-Garten der Burg zu finden sind. Beim Herbstmarkt zum Tag des offenen Denkmals heißt es dann wieder „Alles muss raus!“.
80 Jahre Kriegsende ist Thema des Osterspaziergangs am Ostermontag und auch der Sonderausstellung „Stationen in Eppstein – flüchtige Spuren und Begegnungen“, die vom Internationalen Museumstag, 18. Mai, bis November in der Sakristei des Burgmuseums gezeigt wird. Auch der Herbstspaziergang geht zurück in die Nachkriegszeit in das Jahr 1950, das die Stadtrechte aufleben ließ und die Burgfestspiele.
Zum ersten Mal im Jahreskalender rund um die Burg aufgenommen wurde das Eppsteiner Klavierfest vom 22. Mai bis zum 1. Juni. Die Konzertreihe mit international renommierten Musikerinnen und Musikern hat sich längst über Eppstein hinaus einen Namen gemacht. Zum zweiten Mal laden Eppsteiner Vereine am Himmelfahrtstag zum Fest der Vereine ein. Sie nutzen die Gelegenheit, ihr vielfältiges Angebot vorzustellen, und bieten ein buntes Programm mit Speis und Trank.
Der Eppsteiner Burglauf über die altdeutsche Meile, 7,7 Kilometer, ist längst ein Klassiker unter den deutschen Laufveranstaltungen. Am 27. Juni führt die Strecke wieder vom Bienroth rund um die Burg. Tags darauf, am 28. Juni, eröffnen die Burgschauspieler mit der Premiere ihres neuen Stücks „Arsen und Spitzenhäubchen“ die Burgfestspiele. An vier Abenden sind sie, so die Veranstalter, auf der ältesten Freilichtbühne der Rhein-Main-Region zu sehen.
Der Kulturkreis hat den Kabarettist Lars Reichow mit seinem Programm „Boomerland“ engagiert und für Kinder das Märchen von „Rumpelstilzchen“ als gewitzte Komödie des L’UNA Theaters mit „Masken, Musik und Marotten“.
Als weiterer Höhepunkt folgen im Juli die Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár, der Kabarettist HG. Butzko und eine musikalische Reise rund um das Mittelmeer mit den Opernsängerinnen und Sängern von „Opera et Cetera“ und am ersten Augustwochenende der beliebte Kinosommer im Burghof. Mit dem Revolutionsstück „Feuer! de Maa brennt“ zur 1848er Revolution in Frankfurt gibt die Fliegende Volksbühne Frankfurt dieses Jahr ihr Gastspiel.
Märchenführungen für Kinder gibt es in den Osterferien und in den Sommerferien. Sonja von Saldern hat diesmal tierische Themen ausgewählt.
„It’s Showtime“ heißt es am 9. August, wenn das regionale Akkordeonorchester „MAY – Main Accordion Youth“ zum Burgkonzert einlädt. Neben Burgfest, Pfarreimesse, Weinfest, Bobbycarrennen und etlichen anderen beliebten Veranstaltungen auf und zu Füßen der Burg hält der Flyer auch einige neue Events bereit: Die „Fair Fashion“ Modenschau auf der Burg wird im August ausgerichtet von der Fair Trade Gruppe der Stadt. Die erste Eppsteiner Büchermesse mit regionalen Verlagen im November ist eine Gemeinschaftsproduktion von Stadt, Musikschule und Autorin und Verlegerin Brina Stein.
Für eine hessische Kleinstadt könne sich das Programm sehen lassen, resümierte Bürgermeister Alexander Simon, es gebe ja in den Stadtteilen noch attraktive Veranstaltungen und Angebote, auch wenn sie nicht im Flyer abgebildet seien. Auf die Lauschtour wies er explizit hin, eine etwa einstündige Stadtführung per Lauschtour-App, die zu wichtigen Stationen in der Altstadt führe. Persönliche Führungen auf den Spuren der Lauschtour gebe es auf Anmeldung am 18. Juli und am 11. Oktober.
Über 2025 hinaus gingen, so Simon, die Pläne für die nächsten Sanierungsmaßnahmen. Aktuell werden die letzten Natursteine auf der Nordmauer der Burg gesetzt. Die frostigen Nächte des Winters haben die Arbeiten an der sogenannten Mantelmauer seit November zum Ruhen gebracht.
Sobald das Mauerwerk sich ausreichend erwärmt hatte, wurde weiter verlegt und verfugt. Auch einige tiefe Risse mussten verfüllt und abgedichtet werden, um das hohe Mauerwerk zu stabilisieren. Die Bruchkante zum Museum hin wurde aufgemauert, soweit mit Stein abgedichtet und das Wasser abgeleitet, damit es der Nordmauer und auch dem Museumsbau nicht mehr schadet. Dabei musste der Eindruck einer Abbruchkante erhalten bleiben. Simon hofft, dass die Arbeiten Mitte Mai beendet werden.
In den Startlöchern stehe die Planung für das neue Dach auf dem Mainzer Keller. Die Ausführung ist allerdings erst frühestens 2026 vorgesehen, denn auch die Statik der Westmauer müsse angegangen werden. Dazu sei eine genaue Untersuchung des Burgfelsens notwendig. Geplant ist eine rückseitige Vernagelung der Westmauer mit dem Gründungsfelsen des Bergfrieds.
Vorab kümmern sich Burgverein und Stadt um die Sanierung des Mainzer Kellers, bislang das Domizil der Stadtwache. Dort ist eine Schimmelsanierung notwendig. Erste Gespräche zum Denkmalschutz haben stattgefunden. Die Luftzirkulation und die Belüftung müssen verbessert werden. Dazu werden alle Einbauten samt Bodenbelag herausgenommen, der Schimmel beseitigt und eine Lüftungsanlage eingebaut.bpa
Kommentare