Zonta Club: Frauen in Afghanistan stärken

Die Gastgeberinnen Ariane ten Hagen aus Eppstein und Dorothea Schulte (2. und 3. v.l.) mit Referentinnen.Foto: Michael Dauber

Die Gastgeberinnen Ariane ten Hagen aus Eppstein und Dorothea Schulte (2. und 3. v.l.) mit Referentinnen.Foto: Michael Dauber

Die Informations- und Benefizveranstaltung „Inside Afghanistan“ des Zonta Clubs am Taunus in der Stadthalle Hofheim war mit rund 140 Gästen gut besucht.

Gastgeberin Dorothea Schulte freute sich über den großen Andrang, „der mir zeigt, dass uns das Schicksal von Afghanistan immer noch am Herzen liegt.“ Der Zonta Club ist eine internationalen Vereinigung, die sich für die Rechte von Mädchen und Frauen einsetzt.

„Wir blicken auf eine harte Zeit zurück, weil alle zarten Errungenschaften für die Eigenständigkeit der Frauen in Afghanistan durch die Rückkehr der Taliban 2021 weggebrochen sind“, leitete Inga Weller von der Frauenrechtsorganisation medica mondiale ihren Vortrag ein. Sie hat außer auf den Irak ihren Fokus auf Afghanistan gerichtet, wo die deutsche Hilfsorganisation gegen sexualisierte Kriegsgewalt schon seit 2001 aktiv ist. 1,4 Millionen Mädchen seien jetzt von der weiterführenden Schule ausgeschlossen, jegliche Berufstätigkeit von Frauen werde erschwert. Wege außer Haus dürfen Frauen nur in männlicher Begleitung zurücklegen. „Das Tugendgesetz der Taliban wird hart durchgesetzt.“ Hinzu kämen für alle die Hungerkrise, fehlende internationale Hilfe, Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Depression.

„Immerhin gibt es jetzt eine Generation von Frauen, die weiß, was Demokratie und Menschenrechte sind“, sagte Weller hoffnungsvoll, auch mit Blick auf die anwesenden studierten Frauen aus Afghanistan, die sich schon in ihrer Heimat als Mitarbeiterinnen bei medica mondiale für die Rechte und die psychosoziale Unterstützung der Frauen eingesetzt haben.

Die Evakuierung von 90 dieser plötzlich außerordentlich gefährdeten Frauen mit ihren Familien nach Deutschland sei eine wichtige Aufgabe von medica mondiale gewesen nach dem Rückzug der westlichen Truppen. Die dort Verbliebenen versucht man nach wie vor zu schützen, weiterzubilden und zu vernetzen. Daher versuche man – so gut es geht – Frauen den Zugang zu Bildung offenzuhalten, etwa über Onlinekurse für Juristinnen.

Mit auf dem Podium saß Sania Hamidi, Basira Akbarzada und Arezu Rezayee. Akbarzada schätzt sich glücklich, „dass wir von Deutschland aus für die Frauen im Land kämpfen können.“ Hamidi studierte zunächst Journalismus, wechselte dann aber zu Psychologie und schätzt inzwischen den Nutzen von Psychologie bei der Beratung von Frauen. Unterstützung und Kraft geben sei enorm wichtig, „auch wenn wir konkret nichts verändern können“, pflichtet Arezu Rezayee bei, die ihre Geschichte auch in der Ausstellung „Weil wir Frauen sind“ im Rautenstrauch-Joest Museum in Köln erzählt. Der Abend in Hofheim schloss mit Standing Ovations für die drei afghanischen Frauen.

Die Spenden des Abends von rund 2500 Euro wird Zonta am Taunus großzügig aufgestockt an medica mondiale weitergeben. Spenden sind weiterhin möglich über den Verein Zonta International unter dem Stichwort „Afghanistan“. Weitere Informationen über die Arbeit der Hilfsorganisation: https://medicamondiale.org/wo-wir-frauen-staerken/afghanistan.

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